Was wir tun


DIE SCHULE IN GHILING (3500m ü. N.N.)

 

 

In Ghiling, einem auf 3.500m Höhe gelegenen kleinen Dorf im Upper Mustang District, fördert PATTA seit dem Jahr 2002 eine Schule. Diese damals sehr kleine Grundschule hat sich inzwischen zu einer ansehnlichen Gemeindemittelschule gewandelt. Zur Verbesserung der Bildung, Förderung der traditionellen Kultur und Bewahrung der lokalen Muttersprache wurde der Unterricht um zusätzliche Fächer erweitert: Englisch, Tibetisch, Musik und Tanz wird dort ebenso unterrichtet wie Religion und buddhistische Ethik. Der Schulkomplex umfasst darüberhinaus einen →Kindergarten sowie eine →Gesundheitsstation. Da die Entfernung zu den umliegenden Dörfern zu weit ist, um den täglichen Schulweg zu bewältigen, hat PATTA auch ein →Internatsgebäude gebaut. Ein eigener Gemüsegarten und zwei →Gewächshäuser bilden zusammen mit einer →Apfelplantage die Grundlage für ein ehrgeiziges Ziel: Eine unabhängige Finanzierung.

PATTA vermittelt auch →Schul– und Ausbildungspatenschaften für nepalesische und tibetische Kinder.


Das Internat

 

 

Upper Mustang ist eine dünnbesiedelte, karge und schwer zu erreichende Bergregion im Norden von Nepal. Um Kindern aus der gesamten Region Zugang zu einer qualifizierten Bildungseinrichtung zu ermöglichen, hat PATTA die Schule in Ghiling um ein Internatsgebäude ergänzt. Nach Errichtung eines weiteren Gebäudes durch die Hilfsorganisation Upside Australia haben heute achtzig Kinder Platz zum wohnen und schlafen. Sie werden mit Essen versorgt und erhalten eine Hausaufgabenbetreuung. Aktuell finanziert PATTA hier die Unterbringung und Versorgung von 80 Kindern aus vierzehn Dörfern der eigenen und benachbarten Regionen.


Der Kindergarten

 

 

Der Montessori–Kindergarten in Ghiling wurde im Jahre 2002 gebaut und eröffnet. Durchschnittlich werden hier 25 Kinder betreut. Die Finanzierung des Kindergartens wurde mit seiner Eröffnung von der American Himalaya Foundation übernommen. Seit einigen Jahren verfügt das Gebäude über ein auf das Lehmdach aufgesetztes Metalldach, so dass die Architektur sowohl regendicht als auch besser wärmeisoliert ist. Mittlerweile wurde das Gebäude erweitert. Es verfügt jetzt über mehrere Klassen- und Schlafräume, eine Küche, eine Gesundheits-Station und über einen innenliegenden Spielraum, der den Kindern auch im Winter großen Platz bietet. Eine eigene Warmwasser–Anlage wurde über Sonnenkollektoren realisiert.


Die Gewächshäuser

Die Gewächs–
häuser

 

 

Dank einer sehr großzügigen privaten Spende konnte PATTA ein großes, solides Gewächshaus bauen. Das in 2011 fertiggestellte Gewächshaus versorgt  die Schulkinder seitdem mit eigenem frischem Gemüse. Im Gewächshaus werden unter anderem Tomaten, Auberginen, Zucchini, Bohnen und Spinat angebaut; im Garten Rettiche und Kartoffeln. Insgesamt werden pro Jahr etwa 1000 Kilo Gemüse geerntet.


Die Apfelplantage

 

 

Mit Unterstützung der australischen Hilfsorganisation Upside wurde im Jahr 2012 der Bau einer schuleigenen Apfelplantage verwirklicht. Der Erlös aus dem Verkauf der Äpfel soll die Schule langfristig finanziell unabhängig von Spenden machen. Über die Kosten der Schule und des Internat hinausgehende Erlöse sollen als Stipendien für weiterführende Schulen und Ausbildungen verwendet werden. 2013 wurden 800 Apfelbäume sowie einige Aprikosen- und Pflaumenbäume gepflanzt. Seither werden auf den dazugehörigen Feldern Kartoffeln, Rettiche, Karotten und andere Gemüse für die Versorgung unserer Schulkinder angebaut. Vier Personen arbeiten auf der Plantage und den dazugehörigen Feldern. 2016 wurden weitere 660 Apfel- und 40 Aprikosenbäume gepflanzt. Das Gelände, ursprünglich zum Schutz vor Blauschafen mit einem 2,5 Kilometer langen und zwei Meter hohen Stacheldrahtzaun versehen, musste im Jahr 2016 zusätzlich mit Wellblech abgesichert werden: Zu unser aller Überraschung hatten Schakale Geschmack an den Äpfeln gefunden. Die Agrarexperten aus Kathmandu und Marpha, die das Projekt fachlich begleiten, sind über die Fortschritte begeistert. Das Apfelplantagen-Projekt belegte 2012/2013 den 1. Platz des Kantipur Rotary-Projekt-Preises und wurde damit als das innovativste Rotary-Projekt in ganz Nepal ausgezeichnet.


Gesundheitsförderung

Gesundheits–
förderung

 

 

Im Jahr 2002 haben wir erstmals mittels eines Gesundheits-Camps zur ärztlichen Grundversorgung beigetragen. In Mokai Khola, einem kleinen Ort in den Bergen, eine Tagesreise von der Stadt Pokhara entfernt, konnten wir innerhalb von eineinhalb Tagen 94 Patienten medizinisch versorgen. Noch im gleichen Jahr haben wir eine Krankenschwester ausgebildet und eine kleine Gesundheitsstation in Ghiling initiiert. Es folgten Gesundheits-Camps in Mangalpur, Chitwan, und die Ausbildung einer unserer Schülerinnen aus Ghiling zur Krankenschwester und Hebamme. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung ist sie in 2016 in ihr Dorf zurückgekehrt und arbeitet jetzt dort auf der kleinen Gesundheitsstation. In den Jahren 2016 und 2017 hat Patta mehrere Gesundheits-Camps in Upper Mustang gefördert. In 2016 konnten alle Kinder und Dorfbewohner in Ghiling auf Tuberkulose untersucht und zeitgleich augenärztlich untersucht und bei Bedarf mit Brillen versorgt werden. Im Sommer 2017 wurden in den Ortschaften Ghiling, Lo Manthang, Tsochar und Tsonup insgesamt rund 450 Patienten/innen ärztlich versorgt. Diesmal lag der Schwerpunkt auf gynäkologischen Untersuchungen und Behandlungen.


Aktivitäten in Deutschland

 

 

Neben Bildungsprojekten in Nepal fördert PATTA e.V. den Austausch zwischen Schulen in Deutschland und Nepal.

Die Grundschule in Simmershausen/Fuldatal begleitet seit dem Jahr 2003 die Entwicklung der Schule in Nepal. Mit Vorträgen über Kinder, die Kultur und das Leben in Nepal fördert PATTA das Verständnis für andere Kulturen und Lebensweisen. In Projektwochen wie „Nepal in Simmershausen“ erleben die Kinder die nepalesische Kultur, sie tanzen nepalesische Tänze, lernen wie in Nepal Stoff bedruckt wird, kochen und essen nepalesische Gerichte und vieles mehr.

Der Austausch zwischen dem Kindergarten in Ghiling, Mustang und dem Montessori-Kindergarten Wunderland in Kassel hat uns gezeigt, wie das pädagogische Konzept von Maria Montessori unter so gegensätzlichen Lebensbedingungen – hier die Bergen des Himalaja, dort die Kasseler Nordstadt – die Entwicklung von Kindern auf besondere Weise fördert.

Im Frühling 2010 besuchten drei Schüler und ein Lehrer aus der Schule in Mangalpur im Distrikt Chitwan die Grundschule in Ottbergen in Deutschland. Die Grundschule Ottbergen hatte im Herbst 2009 die Initiative ergriffen und ihre nepalesische Partnerschule nach Deutschland eingeladen, damit die beiden Schulen gemeinsam an dem ZDF-Kinderfernsehquiz „1, 2 oder 3“ teilnehmen konnten. Die Sendung wurde im September 2010 ausgestrahlt. Im Vorfeld wurde ein Film über die Schule in Mangalpur gedreht, der den Kindern in Deutschland das Leben der Kinder in Mangalpur auf anschauliche Weise nahe gebracht hat.

Anlässlich des großen Erdbebens im Jahr 2015 haben alle oben genannten Einrichtungen sowie die Swiss International School in Kassel und der Kindergarten in Alzey aus erster Hand Berichte aus Nepal erhalten. Mit vielfältigen Aktionen wurden darüberhinaus Spenden für die Schule und den Kindergarten in Nepal gesammelt.